Methoden

Systemische Therapie

Die systemische Therapie ist eine Methode, die äußerst vielfältige Herangehensweisen an ein Thema zulässt. Ausgangsbasis ist in den meisten Fällen das System, in dem dieses Thema auftritt. Das kann die Familie, der Arbeitsplatz oder der Freundeskreis sein. Lösungsorientiertes Arbeiten, also die Konzentration auf das Ziel, statt einer Fokussierung auf das Problem, ist eine der Vorgehensweisen, mit denen dann gearbeitet wird. Die Analyse des Systems und die darin versteckten Muster, Beziehungen und Herausforderungen ist eine weitere Möglichkeit der Herangehensweise. Der bekannteste Ansatz zur Problemlösung ist wahrscheinlich die Aufstellungsarbeit. Diese kann in Gruppen, aber auch in der Einzelarbeit mit Stühlen oder Karten stattfinden. Hierbei kann der Klient effektiv mit seinem inneren Bild des Systems arbeiten.

Achtsamkeitstraining

Achtsamkeit ist nicht nur ein netter Trend. Viele Probleme entstehen dadurch, dass man eigene Bedürfnisse, Gefühle oder Motivationen nicht zu greifen bekommt und rein verkopft oder impulsiv reagiert. Wenn dies der Fall ist, ist Achtsamkeitstraining eine sehr hilfreiche und effektive Methode, um bewusste Entscheidungen zu treffen, das Gespür für das eigene Selbst zu stärken und Gefühle, Bedürfnisse und Handlungen in Einklang zu bringen. Dies ist nicht nur in Zeiten von Burnout und Angststörungen ein hilfreiches Mittel zur Überwindung von Herausforderungen.

Gesprächstherapie nach Carl Rogers

Die Gesprächspsychotherapie nach Carl R. Rogers ist genau genommen gar keine Methode sondern eine innere Haltung. Sie arbeitet, wie der Name schon verrät, über das Gespräch zwischen Klient und Therapeut. Über etwas zu sprechen, eine Erfahrung zu teilen, ist erst einmal entlastend. Damit ein Problem gelöst oder eine Krise überwunden werden kann, ist aber oft mehr nötig. Eine echte Auseinandersetzung mit sich selbst und damit die nachhaltige Problemlösung wird in der Gesprächstherapie dadurch ermöglicht, dass der Therapeut keine Lösung von außen vorgibt, sondern dem Klienten die Ausgangsbedingungen bietet, selbst eine Lösung zu erarbeiten. Dabei sind vor allen Dingen drei Eigenschaften wichtig:

  • Authentizität/ Echtheit /Kongruenz
  • bedingungslose positive Wertschätzung
  • Empathie / Einfühlungsvermögen

Nach Rogers sind dies die Grundpfeiler, um vertrauensvoll miteinander umzugehen. Nur wenn der Therapeut Zugang zu seinen eigenen Gefühlen hat, kann er dem Klienten authentisch gegenübertreten, ihm bedingungslose Wertschätzung entgegenbringen und sich empathisch auf dessen Gefühlswelt einlassen. Nur dann kann er dem Klienten ehrliches Feedback geben und ihn in seiner Lösungsfindung bestärken ohne eigene Ziele zu verfolgen.

Krisen-, Trauer- und Sterbebegleitung

Oft sind es die Zeiten größter Herausforderung, während derer das stärkste Gefühl von Alleinsein und Überforderung auftaucht. Nicht immer ist dann eine nahe Bezugsperson in der Lage, sich den unabwendbaren Tatsachen zu stellen und ein Fels in der Brandung zu sein. Manchmal ist es aber auch derjenige, der durch die schweren Zeiten geht, der sein Umfeld nicht belasten will, oder vor den Herausforderungen erstarrt. Die Krisen-, Trauer- und Sterbebegleitung konzentriert sich darauf, genau hier eine Begleitung zu bieten.

Einsatzbereiche der verschiedenen Methoden

Alle beschriebenen Methoden können in vielen Bereichen sehr wirkungsvoll sein. Sie kommen unter anderem in folgenden Fällen zum Einsatz:

  • alltägliche Krisen (Partnerschaft, Beruf, Familie)
  • Ängste und Sorgen
  • Niedergeschlagenheit, leichte und mittelschwere Depressionen
  • Anpassungsstörungen
  • Stresszustände, Anspannung und Erschöpfung
  • mangelndes Selbstwertgefühl
  • fehlendes Selbstvertrauen oder geringes Selbstbewusstsein
  • Einsamkeit und Trauer
  • Sinnsuche und Selbsterkenntnis
  • Verständnis der eigenen Gefühlswelt und der anderer Personen
  • Begleitung für Angehörige

Auch bei schweren psychischen Erkrankungen können die verschiedenen Methoden eingesetzt werden. Hierbei kommen dann aber oft verschreibungspflichtige Medikamente zum Einsatz. Deshalb ist es ratsam, sich in diesem Fall an einen Psychiater zu wenden, da dieser nicht nur die psychotherapeutische Betreuung, sondern auch die medikamentöse Behandlung durchführen kann. Der Psychotherapie Informationsdienst hilft Ihnen bei der Suche nach einem geeigneten Psychiater.